Journ. Ike Aaren Adira Hadler
JCMI-Podcasts
Pattern Seekers im Anthropozän
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Pattern Seekers im Anthropozän

Neurodivergenz, Klima und die Umkehrung menschlicher Erfindungskraft

Was wäre, wenn Autismus nicht nur als Diagnose verstanden werden müsste, sondern auch als Teil jener neurokognitiven Vielfalt, die menschliche Erfindungskraft überhaupt möglich gemacht hat?

Ausgehend von Simon Baron-Cohens These aus The Pattern Seekers verbindet diese Audio-Essay-Folge Neurodivergenz, Evolution, Klimageschichte und Anthropozän zu einem größeren Bild: Der Mensch überlebte nicht durch Stärke, sondern durch Mustererkennung. Er lernte, Spuren, Wetter, Materialien, Tierbewegungen und Landschaften zu lesen, mögliche Zukünfte zu simulieren und aus Versuch und Fehler Kultur zu bauen.

Doch dieses Muster hat sich heute umgekehrt. Früher formte Klima Kultur; heute formt Kultur Klima. Die Fähigkeit, lokale Wenn-dann-Muster zu perfektionieren, brachte Werkzeuge, Industrie, Maschinen und globale Systeme hervor, doch genau diese Systeme erzeugen nun planetare Rückkopplungen, die wir zu spät begreifen.

Diese Folge fragt, ob neurodivergente Musterleserinnen im Anthropozän erneut eine besondere Rolle spielen könnten: nicht als Retterfiguren, sondern als Frühwarnsysteme, Systemanalytikerinnen und Teil einer Gesellschaft, die ihre eigenen Wahrnehmungsorgane erweitern muss.

Es geht um Autismus ohne Romantisierung, Klimakrise ohne einfache Schuldformeln und um die Frage, ob Inklusion mehr sein könnte als moralische Pflicht: nämlich eine Voraussetzung zivilisatorischer Resilienz.

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