Der verschwundene Ozonalarm — wie Städte lernten, Belastung zu verwalten statt Menschen zu schützen
Früher hatte ein solcher Sommertag einen Namen: Ozonalarm.
Heute hat er eine URL.
Die Luft drückt. Der Kopf pocht. Die Lunge fühlt sich enger an, der Körper schwerer, die Stadt chemisch aufgeladen. In Hamburg-Billstedt, in den östlichen Quartieren, in den Randzonen und Übergangsräumen der Großstadt, sitzt man dann da und fragt sich: Ist das nur Hitze? Ist das Kreislauf? Sind das Pollen? Ist es Migräne? Oder ist es diese unsichtbare Reizgasglocke, die früher wenigstens noch öffentlich einen Namen bekam?
Ozon.
Bodennahes Ozon ist nicht zurück. Es war nie weg.
Zurück ist nur die Dringlichkeit, es wieder ernst zu nehmen.
Ich schreibe das nicht aus einer Laune heraus. Mit über fünfzig Jahren, als Mensch im AuDHS-Spektrum, mit diagnostizierter chronischer Migräne und einer seit Jahrzehnten sehr feinen Körperwahrnehmung, kann ich inzwischen ziemlich genau unterscheiden, welche Art Kopfschmerz mich tr…




