Buko mit Käse
oder ein ganz normaler typischer Freitagmorgen eines hochfunktional autistischen Menschen, eines journalistischen Menschen
Ja. Einfach mal Gedankenfetzen diktieren und diese in Substack veröffentlichen.
Das ist ein Versuch, den ich jetzt mal mache.
Wie der Titel schon sagt: Buko mit Käse.
Wie du siehst, habe ich hier ein Bild von dem Buko-Käse-Sandwichbrot.
Wer mag das? Wer außer mir mag das noch??
Also ich nehme Brot, also das schwedische Bröd, davon zwei Scheiben, leicht angetoastet oder auch ein bisschen stärker angetoastet.
Frisch aus dem Toaster gezogen, streiche ich pikanten Buko drauf, nicht zu dick, und mache dann noch jeweils eine halbe Scheibe Gouda oder Ähnliches rauf.
Und dazu, und hier kommt das nächste Bild: Käffchen.
Ein klitzekleines Morgenkäffchen.
Also ein Kaffee aus meiner Star-Trek-Command-Tasse.
Es ist mehr ein Eimer.
Fast ein halber Liter.
Ja, also 420 ml. Ich glaube, das sind diese typischen amerikanischen Maße, umgerechnet dann in Milliliter. Also 420, glaube ich.
Starker Kaffee, also eher Kaffee für zwei Menschen, gekocht in der Maschine.
Japp - Große Tasse.
Oder eher fünf normale Tassen von der Wassermenge.
Und dazu gute sechs gehäufte Messlöffel Kaffeepulver, dann in meinem Eimer noch so ein Weihnachts-Zimt-Sirup-Zusatz reingeträufelt und sechs gehäufte Teelöffel Kakao.
Und das Ganze natürlich mit Milch aufgerührt.
Kalte Milch, normale dreieinhalb Prozent.
Das ist etwas, was mich hoffentlich wach macht.
Ach ja, das reicht ja nicht.
Ich brauche noch meinen Tablettencocktail.
Man nehme zwei Tabletten mit je 2000 Einheiten D.
Und dazu drei kleine Vitamin B12.
Und eine kleine 150-mg-Tablette Bupropion.
Und das mit einem Schluck Kaffee runtergespült. Das fängt an zu wirken nach ungefähr einer halben Stunde.
Und dann kann ich richtig gut denken und für ein paar Stunden voll konzentriert arbeiten.
Jaaaa.
Nicht allzu extrem lange, aber weil — und das ist der Haken, der ganz krasse Haken:
Ich habe es auch in meinem Alter.
Ich habe es aber schon ein bisschen länger.
Chronische Schmerzen, kaputte Hüfte, kaputter Rücken.
Well…
Das ist die Zeit, in der ich arbeiten kann.
Die muss ich voll ausnutzen.
Und am besten sogar in dem Sessel, in dem ich gerade sitze und gefrühstückt habe, vor mir der große Fernseher, YouTube drauf, und ich bereite schon mal vor, was ich eventuell analytisch heute bearbeite oder auch nicht.
Ich bin eigentlich immer am Arbeiten, wenn ich nicht schlafe. Teilweise habe ich den Eindruck, dass ich selbst im Schlaf noch arbeite.
Aber es ist keine klassische Arbeit, wie: ich gehe zur Arbeit, arbeite von 9 bis 5.
Sondern mein Kopf arbeitet.
Mein Output, oh — konzentriertes Arbeiten mit effektivem Output — das ist eine andere Geschichte.
Eine ganz andere Geschichte.
Und ich erwähnte es bereits einmal kurz.
Das ist typisches Aufstehen, eine typische Morgenroutine.
Ja klar, der Klogang morgens ist ja obligatorisch, oder?
Was machen Sie zuerst, wenn Sie aufstehen?
Andere sagen in meinem Alter vielleicht schon: Gehen Sie regelmäßig morgens aufs Klo?
Ja, wann denn? Um 7:00 Uhr?
Und wann stehen Sie auf? Um 8:00 Uhr?
Ist klar.
Neben dem, dass ich diagnostiziert im neurodiversen Spektrum Autismus habe, bin es eigentlich ich.
Ich bin Autismus.
Oder: Es ist ein Teil meines Lebens.
Das bin ich!
Was heißt ein Teil?
Mein Gehirn ist autistisch verdrahtet.
Es bestehen ganz klare Anzeichen dafür, dass ich auch ADHS haben dürfte oder habe.
Nur wozu das auch noch extra diagnostizieren?
Was bringt mir das?
Hmm…. Ich könnte gerade meinen Grad der Behinderung nochmal hochschrauben damit.
Bringt mir ein paar steuerliche Vorteile, das war’s. Vielleicht.
Ach ja, stimmt, es gibt ja nur für ADHS mit Diagnose Medikamente.
Erwachsene müssen sich die selber bezahlen. Bescheuert!!
Und die kriegen Autisten nicht.
Und alle anderen, die sie gerne hätten, weil sie, keine Ahnung, im Studium 36-Stunden-Tage machen wollen und trotzdem noch feiern können, die extrem Raubbau am eigenen Gehirn machen und vielleicht sogar am Körper — die haben einen Schwarzmarkt, der mich so gar nicht interessiert.
Wie hieß das noch und so weiter? Ritalin, genau, das war es.
Ja, dafür nehme ich halt sowas Ähnliches.
Also Bupropion ist ein ähnliches Medikament, das aber anders eingesetzt wird, aber eine ähnliche Wirkung hat.
Ja, das soll erst mal genug gewesen sein.
Neun Minuten diktiert, wahrscheinlich transkribiert nicht ganz so viel, als kleine Morgenpost-Note oder Artikel.
Vielen Dank!
Auch danke fürs Abonnieren und Teilen…



