Hab mir gerade gedacht: Oh nein, Politik. Aber so wie du es beschreibst, könnte es dennoch für mich interessant sein. Ich interessiere mich durchaus für Politisches, von einer Meta-Ebene aus gewissermaßen. Dennoch nenne ich mich “entsetzlich unpolitisch" meist anderen gegenüber. Da ich auf politische Fragen oft keine abschließende Antwort habe, denn hierfür verstehe ich oft zu gut die Argumentation und Bedürfnisse verschiedener Seiten, andererseits müsste ich oft viel mehr Hintergrundwissen haben, um mir einen Reim zu machen. Und eben, weil die Dinge komplex miteinander verknüpft sind, reichen mir Basisinformationen, die im direkten Zusammenhang mit einem Thema stehen, nicht für eine Entscheidungsfindung.
Das will ich dann nicht immer jedem erklären und stelle mich dann lieber doof.
Beim Lesen deines Kommentars hatte ich sofort das Gefühl: Du verstehst ziemlich genau, worauf ich hinauswill.
Dieses Spannungsfeld zwischen „ich sehe viele Seiten gleichzeitig“ und „mir fehlt trotzdem noch Kontext für ein echtes Urteil“ kommt mir sehr bekannt vor. Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum ich viele politische oder gesellschaftliche Themen eher auf einer Meta-Ebene verarbeite als in einfachen binären Positionen. Mein Denken ist oft komplexiert – also zugleich komplex und kompliziert.
Und dein Satz, dass du dich dann lieber doof stellst … darin steckt etwas, das viele vermutlich nicht kennen: Dass Komplexität im eigenen Kopf nach außen oft eher wie Unsicherheit oder Sprachlosigkeit wirkt. Wenn ich mir nicht sicher genug bin, alle nötigen Daten zu haben, oder unsicher bin, was meine Reaktion auslösen kann, dann ziehe ich mich eher zurück. Doofstellen? Eher eine Entscheidung: Entweder ich zeige mein komplexes Denken und ernte Ablehnung, oder ich stelle mich in gewisser Weise doof. Letzteres ist oft Selbstschutz.
Ich habe keine simple, felsenfeste politische Einstellung. Und bei vielen Politiker:innen frage ich mich allzu oft: Sehen sie dies und das nicht – oder ignorieren sie diese Aspekte mit Absicht?
Danke dir sehr. Solche Kommentare wie deiner interessieren mich, weil sie nicht nur reagieren, sondern wirklich mitdenken.
Du sprichst hier exakt aus, was meine Baseline im Hintergrund ist - vielen Dank! Ich freue mich auf deine Beiträge.
Was hälst du von meiner letzten Artikel-Serie und dem Start der neuen Serie?
Hallo Ike, ich war relativ lange nicht hier. Ich muß noch aufholen und lesen 🤗
Hab mir gerade gedacht: Oh nein, Politik. Aber so wie du es beschreibst, könnte es dennoch für mich interessant sein. Ich interessiere mich durchaus für Politisches, von einer Meta-Ebene aus gewissermaßen. Dennoch nenne ich mich “entsetzlich unpolitisch" meist anderen gegenüber. Da ich auf politische Fragen oft keine abschließende Antwort habe, denn hierfür verstehe ich oft zu gut die Argumentation und Bedürfnisse verschiedener Seiten, andererseits müsste ich oft viel mehr Hintergrundwissen haben, um mir einen Reim zu machen. Und eben, weil die Dinge komplex miteinander verknüpft sind, reichen mir Basisinformationen, die im direkten Zusammenhang mit einem Thema stehen, nicht für eine Entscheidungsfindung.
Das will ich dann nicht immer jedem erklären und stelle mich dann lieber doof.
Beim Lesen deines Kommentars hatte ich sofort das Gefühl: Du verstehst ziemlich genau, worauf ich hinauswill.
Dieses Spannungsfeld zwischen „ich sehe viele Seiten gleichzeitig“ und „mir fehlt trotzdem noch Kontext für ein echtes Urteil“ kommt mir sehr bekannt vor. Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum ich viele politische oder gesellschaftliche Themen eher auf einer Meta-Ebene verarbeite als in einfachen binären Positionen. Mein Denken ist oft komplexiert – also zugleich komplex und kompliziert.
Und dein Satz, dass du dich dann lieber doof stellst … darin steckt etwas, das viele vermutlich nicht kennen: Dass Komplexität im eigenen Kopf nach außen oft eher wie Unsicherheit oder Sprachlosigkeit wirkt. Wenn ich mir nicht sicher genug bin, alle nötigen Daten zu haben, oder unsicher bin, was meine Reaktion auslösen kann, dann ziehe ich mich eher zurück. Doofstellen? Eher eine Entscheidung: Entweder ich zeige mein komplexes Denken und ernte Ablehnung, oder ich stelle mich in gewisser Weise doof. Letzteres ist oft Selbstschutz.
Ich habe keine simple, felsenfeste politische Einstellung. Und bei vielen Politiker:innen frage ich mich allzu oft: Sehen sie dies und das nicht – oder ignorieren sie diese Aspekte mit Absicht?
Danke dir sehr. Solche Kommentare wie deiner interessieren mich, weil sie nicht nur reagieren, sondern wirklich mitdenken.