Was der Berliner Blackout über gesellschaftliche Resilienz verrät
Systemische Schwächen werden selten in Planspielen sichtbar. Sie zeigen sich dort, wo Abstraktion endet und Alltag beginnt.
Der mehrtägige Stromausfall im Südwesten Berlins Anfang Januar 2026 liefert dafür ein aufschlussreiches Beispiel. Kein landesweiter Kollaps, keine dauerhafte Destabilisierung – aber ein Ereignis, das wie ein realer Belastungstest wirkte. Rund 100 000 Menschen waren zeitweise betroffen, zehntausende Haushalte und Betriebe ohne Strom, Heizung, Mobilfunk und Internet – mitten im Winter.
Die unmittelbare Ursache war ein gezielter Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal, eine bekannte infrastrukturelle Schlüsselstelle des Berliner Stromnetzes. Der Anschlag selbst erklärt jedoch nicht die Tragweite der Auswirkungen. Entscheidend war die systemische Verwundbarkeit, die er offenlegte.
Unerwartet im konkreten Moment – aber im Kontext zunehmender Extremwetterlagen, wachsender Infrastrukturbelastu…




