Die stille Lastwanderung
Teil 2 → Teil 3 in einem Satz:
Wenn in Teil 1 der Knoten würgt und in Teil 2 der Träger verrutscht, dann zeigt Teil 3, wo die Last landet: nicht nur in Hauptstädten und Börsen, sondern in den stilleren Zonen der Welt, wo Krisen nicht immer spektakulär aussehen, aber am längsten im Material bleiben.
Der wahrscheinlich größte Denkfehler über die Weltlage in KW15 ist die Erwartung, dass Systemkrise überall gleich aussehen müsse. Viele warten noch immer auf den einen großen Knall, den einen Börsensturz, die eine offene Panik, das eine historische Bild, an dem niemand mehr vorbeikommt. Die reale Weltwirtschaftskrise unserer Gegenwart ist schmieriger. Sie läuft nicht nur über Einschläge. Sie läuft über verteuerte Passage, Aid Cuts, Rohstoffabhängigkeiten, gestresste Entwicklungshaushalte, fragile Handelswege und Staaten, die unter Dauerfriktion weiterfunktionieren müssen, obwohl ihnen das Polster fehlt. Genau deshalb sieht sie oft weniger wie 1929 aus und mehr wie ein …




