„Märkte feiern Worte. Die Statik des Krieges bleibt unverändert.“
10. März 2026: Bewegung im Lärm, aber noch kein neuer Stein
Seit Montag hat sich im System durchaus etwas bewegt.
Raketen, Luftschläge, Drohungen, neue Marktreaktionen – all das ist real. Aber aus PJenga-Sicht ist die entscheidende Frage eine andere: Hat sich die Statik des Turms verändert?
Im Moment lautet die Antwort: noch nicht eindeutig.
Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran läuft weiter. Iran feuert weiter auf Israel und Ziele im Golfraum, während die USA ihre Angriffe noch einmal verschärft haben. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus der kritischste Lastpunkt im gesamten System. Der Transit ist weiter massiv eingeschränkt, auch wenn zuletzt wieder etwas mehr Öl durchkam als an den Vortagen. Trotzdem liegt das Volumen weiterhin weit unter dem Vorkriegsniveau.
Genau darin liegt der Unterschied zwischen Schlagzeile und Struktur.
Denn die eigentliche Bewegung kam nicht an der Front, sondern in der Wahrnehmung. Märkte reagierten positiv auf Trumps Signale, der Krieg könne bald enden. Öl fiel deutlich von seinen Höchstständen zurück, Aktien drehten nach oben. Doch diese Reaktion beruht bisher eher auf politischer Rhetorik als auf realer Deeskalation. Iran droht weiter mit der Blockade von Ölexporten, und selbst Saudi Aramco warnt bereits vor katastrophalen Folgen, falls der Konflikt anhält.
Damit bleiben drei PJenga-Steine unter Spannung.
Erstens: Hormus
Solange die Seestraße nicht wieder verlässlich offen ist, bleibt der Energiestein nicht stabilisiert, sondern nur provisorisch abgestützt. Rund ein Fünftel des globalen Ölangebots hängt an diesem Korridor.
Zweitens: die regionale Kettenreaktion
Noch ist kein neuer großer Frontsprung sichtbar. Aber jeder breitere Einstieg von Hisbollah, irakischen Milizen oder weiteren Golfzielen würde den Konflikt sofort in eine andere Lastklasse verschieben. Die Angriffe auf Ziele in mehreren Golfstaaten zeigen, wie nah dieser Kipppunkt bereits ist.
Drittens: der Narrativ-Stein
Wenn Märkte weiter auf schnelle Entspannung wetten, während militärisch das Gegenteil passiert, baut sich eine gefährliche Wahrnehmungslücke auf. Und genau solche Lücken sind in PJenga-Momenten oft der Punkt, an dem der Turm nicht langsam, sondern abrupt reagiert.
Mein Zwischenfazit für Dienstag ist deshalb schlicht:
Es gab Bewegung. Aber noch keinen klar neu gezogenen Stein.
Der Turm knarzt hörbar.
Die Last wandert weiter.
Doch die entscheidende strukturelle Verschiebung ist bislang eher angedeutet als vollzogen.
Und genau das ist oft die gefährlichste Phase:
wenn viele schon Entspannung einpreisen, während das System in Wahrheit nur unter Spannung stillhält.
Welche Stabilitätssteine siehst Du aktuell als am stärksten unter Druck? Schreib es mir bitte als Kommentar…
JCMI – Truth by Facts
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