Nicht erst Geschlecht ist binär — unsere ganze Erziehung ist es
Ist etwas was anders ist auch gleich schlecht?
Vielleicht beginnt binäres Denken nicht bei „Mann oder Frau“. Vielleicht beginnt es viel früher. Bei gut oder böse. Himmel oder Hölle. Gott oder Teufel. Richtig oder falsch.
Wer so aufwächst, lernt nicht nur Begriffe. Er lernt eine Ordnung der Welt. Eine Ordnung, in der Ambivalenz verdächtig ist und Eindeutigkeit Sicherheit verspricht.
Nonbinärität stört diese Ordnung deshalb nicht nur sexuell oder sozial, sie stört sie philosophisch und psychologisch. Je instabiler die Welt um uns herum gerade ist, um so wichtiger erscheint uns die innere Stabilität.
Solch eine psychologische Störung ist eine Bedrohung der inneren Stabilität und Sicherheit, was deswegen bekämpft wird. Nicht weil etwas das anders ist falsch ist, sondern verunsichert und bedroht. Unsicherheit, Veränderungen bedeuteten Gefahren. Äußere Gefahren gibt es ständig in Form von Klimaereignissen, Ernteausfälle, Krankheiten… Daher ist die innere Stabilität sehr wichtig geschützt zu werden. Dass fremder Einfluss positiv sein und wirken kann, wird somit meist ignoriert, gerade in Zeiten von externen Bedrohungen wie Klimakatastrophen und dessen Auswirkungen, die nicht bekämpfbar sind.
Was sagst Du dazu? Ist das Fremde Bereicherung oder Gefahr?




