Meine Gesundheit nach dem TECC-Provider Kurs
Der Kurs TECC-Provider hat mich, wie erwartet, an und über meine wahren Grenzen gebracht
Vor einigen Wochen, nach der gemeinsamen Urlaubsreise durch Rumänien mit meiner Frau im April, hatte ich mich entschieden meine Reiseausrüstung um ein Dachzelt zu erweitern. Die Gründe hierfür findest du auf meinem SubStack-Kanal in einem separaten Artikel.
Das Dachzelt auf den Jeep Compass zu bringen, erforderte mehr Körpereinsatz meinerseits, als ich geplant hatte. Das führte zu einer Zerrung in einem oder mehreren Hüftmuskeln, was ich erst einen Tag später bemerkte. Die daraus resultierenden Schmerzen begleiteten mich mehrere Wochen, bis ich dann eh einen lange geplanten Termin bei meinem Orthopäden wahrnahm. Da ließ ich mich diagnostizieren und er gab mir routinemäßig Kortisonspritze in den am stärkten betroffen Muskel. Aber half diese? gerade mal zwei Tage! Er erzählte mir, es könne noch weitere zwei Wochen dauern bis es vorbei ist mit meinen Schmerzen. Hmm, sorry, whaaaat? Ich kämpfte schon einige Wochen damit und bringe sehr viel auf die Waage und bin untrainiert, ca. 50kg des Dachzelts zu stemmen!
Tja, kurz vor Beginn des TECC-Provider Kurs waren die Schmerzen soweit reduziert, dass ich tatsächlich mit nur leichten Einschränkungen am Freitag davor das Dachzelt aufbauen konnte. Ich ahnte bereits, das wird heftig mit dem Kurs, wahrscheinlich wird meine Muskelzerrung das mir nicht verzeihen!
Ja genau so war es! Meiner Bandscheibe ging es gut, obwohl ich einiges an Belastung meinem Rücken zumutete! Auch meine Bauchwand-Hernie ging und geht es gut! Und ja, weil ich Rücken plus Bauchmuskulatur nicht vorab trainieren konnte, nicht durfte, waren viele Bewegungen und Belastungen beim Kurs echt heikel und super anstrengend! Nicht nur ich kam so richtig fies ins Schwitzen! Und die Instructors haben uns, auch mich dahin gebracht, dass mein Puls mit Absicht auf 170 hoch ging, damit wir unter körperlichen Stress bestimmte praktische Aufgaben lernten zu erledigen, angehend perfekt! Und dann auch mal einen Kollegen am Rücken getragen, der dann 100kg wog oder eine Opferdarstellerin die wahrscheinlich nur ca. 50kg wog, aber verschwitzt und blutverschmiert wie ein Aal mit Armen und Beinen von meinem Kollegen und mir gehoben und eine Strecke in Sicherheit getragen werden musste.
So, während des Lehrgangs meldete sich meine noch nicht ganz ausgeheilte Muskelzerrung dann wieder zurück - mehr und mehr! Und am Ende war ich so voller Schmerzen, dass ich mich nur noch sehr langsam bewegen konnte, als ich dann mein Zertifikat in den Händen hielt und mein Patch am Slingbag am Klettfeld hatte. Auf der Rückfahrt von Lübeck nach Hamburg hatte ich große Probleme mein rechtes Bein so weit überhaupt anzuheben um den Fuß vom Gas auf die Bremse umzusetzen! Das war sehr gefährlich - total übermüdet und erschöpft mental und körperlich so angeschlagen, dass ich ein Risiko für den Straßenverkehr wurde!
Die Rückfahrt überlebte ich ohne Blech- oder Fleischschaden. Aber nach Abklingen der Muskelkater nach zwei Tagen, blieb die massive Muskelzerrung und Verkrampfung übrig. jetzt habe ich eine Woche nach dem Kurs und nochimmer ist mein rechter Ischias-Nerv so eingeklemmt, dass ich mich kaum 10m bewegen kann. Fast egal wie und wo ich liege oder sitze, es schmerzt! Ich käme nichtmal zu einem Arzt gefahren um mich eine Kortisonspritze zu besorgen!
Aber es gibt ein zwei Übungen, die ganz langsam anfangen zu helfen. Sehr sehr langsam aber!
Gebe ich den Trainern des Kurs die Schuld? Nein! Die Instructors wussten doch ziemlich genau, wo meine Grenzen tatsächlich lagen. Sie nahmen mir dort Belastung ab, wo es medizinisch sinnvoll war. Als z.B. meine Garmin Instinct eine Puls-Warnung im Sitzen von sich gab, wurden die Trainer direkt unruhig und fragten mich besorgt, ob alles ok sei. Ich meldete meinen Puls und sagte, dass der gleich wieder niedriger sein wird. Gleichzeitig ließen sie mich genau so viel selbst leisten, wie nötig war um in den körperlichen Stress zu kommen, wie er in der Lage zu erwarten wäre. Genau das war schließlich Sinn des Kurses. Aber Ziel war es die gelernte Theorie und die Trockenübungen in extremen Stresssituationen ebenso anzuwenden und dabei auch herauszufinden ob man das kann und wo die eigenen Grenzen wirklich sind und über die gedachten Grenzen hinaus zu gehen - über den eigenen gedachten Schatten springen. Und ja, ich bin noch etwas weiter darüber hinaus gegangen, denn ich kam schon den Abend früher an und habe in der Nähe im Dachzelt übernachtet und so in beiden Nächten nur je 4 Stunden Schlaf bekommen. Mit meinem Gewicht, meiner mangelhaften bis nicht existenten Fitness und dazu noch mit akuten Muskelschäden und chronischen Schäden meines Körpers, habe ich den Kurs erfolgreich geraderen so geschafft und die Prüfungen erfolgreich überstanden. Jeder andere TECC-Provider weiß wovon ich rede - wer kein guter Sportler ist und dazu auch kein Sanitäter als Grundausbildung, hat es nicht leicht. Die Messlatte ist sehr hoch.
Der TECC-Provider-Kurs hat mir vor allem eines gezeigt: Nicht meine Grenzen waren kleiner als gedacht, sondern deutlich größer! Bezahlt habe ich dafür mit Muskelzerrungen, Ischiasschmerzen und einer Woche, in der selbst zehn Meter Gehen zur Herausforderung wurden. Bereue ich den Kurs? Keine Sekunde. Aber unterschätzt habe ich ihn doch ein Stück weit.
Nun, viel Gelaber, viel Text - mich interessieren zwei Dinge:
A: Gibt es in und nahe Hamburg einen Orthopäden der seinen Job wirklich beherrscht und nicht solch einen Schwachsinn von sich gibt, es wird in zwei Wochen wieder ok sein, eine Kortisonspritze würde schon helfen, einfach mal sich keine Belastungen antun?
B: Welche Übungen gibt es für über 130kg schwere Menschen, die nicht mal eben so einfach sich flach auf den Boden legen können, Übungen die wirklich helfen trotz Bandscheibenschaden und Hernie?



