Eine lange Tour durch Siebenbürgen
Von Făgăraș-Bären bis nach Cluj-Napoca
10 Stunden Roadtrip-Realität: Von Bären-Wäldern zu (fast) blühenden Steppen 🇷🇴🚐💨
Manchmal sagt Google Maps 4,5 Stunden, aber die Karpaten sagen: „Heute nicht.“ Unsere gestrige Etappe war eine Lektion in Geduld und Abenteuerlust. Nach einer Woche in der Bären-Region am MC Stramba (bei Făgăraș) machten wir uns mit dem Jeep Compass Limited und unserem Miniatouring M24 auf den Weg Richtung Nordwesten. Ziel: Cluj-Napoca.
Streckenabschnitt
Streckenabschnitt
Die Route der Kontraste
Die ersten 193 km führten uns durch das Herz Siebenbürgens, vorbei an Mediaș, bis wir einen ganz besonderen Stopp einlegten: The Reserve of Steppe Peonies.
• Die Hoffnung: Ein rotes Meer aus seltenen Steppen-Pfingstrosen. 🌺
• Die Realität: Wir haben uns eine Stunde Zeit genommen, aber die Natur lässt auf sich warten. Weil die Nächte hier aktuell noch fast gefrieren, haben sich erst wenige Blüten herausgetraut. Ein schöner Stopp war es trotzdem, auch wenn wir die volle Pracht knapp verpasst haben.
Warum Google Maps beim Camping scheitert
Insgesamt waren wir stolze 10 Stunden unterwegs. Warum? Weil die Welt mit einem kompakten Camper am Haken anders aussieht:
1. Das „Camper-Tempo“: Auf den kurvigen Straßen durch abgelegene Berg- und Walddörfer kannst du die für PKW berechnete Durchschnittsgeschwindigkeit schlichtweg nicht halten.
2. Die Stellplatz-Odyssee: Bevor wir unser Ziel in Grigorescu erreichten, haben wir mehrere Plätze angefahren und gecheckt. Die Suche nach dem perfekten „Home for the Night“ frisst Zeit – oft Stunden.
3. Kilometer fressen: Von den 193 km der ersten Etappe bis zu den finalen 82 km nach Cluj war alles dabei – von Schlaglochpisten bis zu kurzen Autobahnsprints.
Das Finale: Jeep am Limit
Der krönende Abschluss war die Anfahrt zu unserer Bergwiese über den Dächern von Cluj. Die Steigung war so extrem, dass der Jeep mit „Pedal to the Metal“ an seine absolute Leistungsgrenze kam. Meine Abenteuerreisebegleiterin Susanne jammerte panisch an den steilsten gewundenen Anstiegen und ich war an den letzten Metern vor der Kuppe hart am Zweifeln ob der Jeep das noch schafft! Der Gedanke an ein Rückwärtssetzen an den geparkten Autos vorbei drehte mir fast den Magen um — nicht zuletzt wegen unserer noch frischen Geamăna-Erfahrung eine Woche zuvor. Das war gestern ein abenteuerliches Zittern im ganzen Gespann – aber wir haben es am Ende doch noch hochgeschafft!
Hier das Video vom Blick aus dem Camper am Abend
Belohnung nahe am Gefrierpunkt
Die Nacht vom 27. auf den 28. April war klirrend kalt, aber die Ruhe und dieser Blick über die Lichter von Grigorescu waren jede Minute der 10-stündigen Reise wert.
Ein paar Gedanken für das Reisen mit einem langen Camper-Van Transporter oder Camper-Gespann:
In Rumänien sollte als Zwischenziele immer große Tankstellen und große Supermärkte wie Kaufland eingeplant werden. Denn so ist zum Tanken genug Platz zum Rangieren und zum Parken beim Einkaufen auch genug Platz auf Doppelparkplätzen. Konserven, Pasta etc. passen irgendwie immer genug rein in dein Fahrzeug. Aber Trinkwasser ist schwer. Da ist es physikalisch enorm wichtig auf die optimale Gewichts-Balance zu achten, um nicht hecklastig oder AHK-lastig zu werden. Denn Leitungswasser ist hier oft aus dem nahen Bach oder Brunnen, nicht so wirklich trinkbar ohne Filterung. Brauchwasser fürs Kochen und Hygiene ist leicht überall am Straßenrand oder Campingplätzen zu bekommen, die schnell in deinen Kanistern gefüllt sind. Aber wohin die vielen Trinkflaschen verstauen?









