Warum das E-Rezept nicht an Ärzten scheitert, sondern an System-Governance
Ab dem Jahreswechsel 2025/2026 droht dem deutschen E-Rezept ein Rückfall ins Analoge. Nicht, weil E-Rezepte politisch „abgeschaltet“ würden – sondern weil ein harter technischer Stichtag in der Telematikinfrastruktur (TI) viele Praxen temporär aus dem digitalen Betrieb drängen kann: Das bisher genutzte RSA-Verfahren wird durch ECC ersetzt, dafür müssen mehrere TI-Komponenten (u. a. eHBA/SMC-B, Konnektoren) rechtzeitig erneuert oder umgestellt werden.
Was wie ein Detail wirkt („nur ein Kryptoverfahren“), ist in Wirklichkeit ein Lehrstück über Systemschwächen: Governance ohne End-to-End-Betriebsverantwortung, Rollouts ohne verlässliche Lieferfähigkeit und eine Kultur, in der gelebte IT-Praxis zu oft als nachrangiges „Umsetzungsproblem“ behandelt wird.
Das Problem ist nicht Digitalisierung – sondern Identität
Wer mit Zertifikaten, Signaturkarten und revisionssicheren Speichern gearbeitet hat, erkennt das Muster sofort:




