Die Berichterstattung über die US-Operation in Venezuela konzentriert sich derzeit auf bekannte Fragen:
War sie völkerrechtswidrig?
Wurde der Kongress ausreichend informiert?
Welche Folgen hat sie für die regionale Stabilität?
Diese Fragen sind legitim.
Aber sie führen in die falsche Richtung.
Denn während noch darüber diskutiert wird, ob Regeln verletzt wurden, hat sich die entscheidendere Frage längst verschoben:
Was bedeutet es, wenn Regeln sichtbar keine Handlungsgrenze mehr darstellen?
Dieser Text handelt nicht primär von Venezuela.
Er handelt von einem Moment, in dem Macht beginnt, sich offen von ihrer eigenen Rechtfertigung zu lösen – und von den Konsequenzen für eine Welt, die sich an Regeln gewöhnt hat, weil sie glaubte, diese seien stabil.




