Der Tankrabatt 2026 war nie nur ein Tankrabatt! | Teil 2/4
Wie ein Spritpreisschock durch Wirtschaft, Preise, Kaufkraft und Steuern wandert
Diese Grafik macht plausibel sichtbar:Während der Rabattphase sinkt der staatliche Steueranteil pro Liter nicht zwingend unter das Vorkrisenniveau, sondern nähert sich diesem wieder an. Damit stützt die Grafik die These, dass der Staat nicht vor allem „Geld verschenkt“, sondern zeitweise auf krisenbedingte Zusatzwirkung im Steueranteil verzichtet.
Der erste Effekt: Der Staat nimmt bei höheren Preisen mehr Umsatzsteuer ein
Die Energiesteuer auf Kraftstoff ist ein fester Betrag pro Liter. Sie steigt nicht automatisch, nur weil Öl teurer wird.
Anders ist es bei der Umsatzsteuer.
Die Umsatzsteuer wird prozentual auf den Endpreis erhoben. Wenn der Literpreis steigt, steigt damit auch der absolute Umsatzsteuerbetrag pro Liter.
Das bedeutet: Der Staat nimmt bei höheren Spritpreisen nicht über jeden Steuerbestandteil automatisch mehr ein, aber über die Umsatzsteuer sehr wohl.
Der sogenannte Tankrabatt senkt die Energiesteuer zeitweise. Dadurch sinkt auch der darauf entfallende Umsatzsteueranteil. Für die Menschen an der Zapfsäule wird der Liter günstiger, aber eigentlich passiert steuerlich etwas anderes:
Der Staat verzichtet vorübergehend darauf, den kriegsbedingt höheren Spritpreis voll steuerlich mitzunehmen.
Das ist kein Rabatt wie im Supermarkt. Der Staat ist kein Händler, der freiwillig einen Sonderpreis anbietet. Der Staat reduziert seinen Zugriff auf einen Preis, der durch Krieg und Krise ohnehin stark gestiegen ist.
Noch klarer gesagt:
Solange der Staat pro Liter nicht weniger einnimmt als vor dem kriegsbedingten Preisschock, entsteht gegenüber der Normalzeit kein echter Verlust. Es ist dann vor allem ein Verzicht auf zusätzliche Kriseneinnahmen.
Dies ist der zweite Artikel von vier dieser Serie. Hier geht’s zum Dritten:



