Warum soziale Marktwirtschaft nicht sozial ist, wenn nur Menschen mit Geld und Zeit ihre Regeln nutzen können
Heute fing es mit Benzin an.
Nicht mit einer großen wirtschaftspolitischen Debatte, nicht mit einem Parteiprogramm, nicht mit einem Gutachten über soziale Gerechtigkeit. Ich schaute einfach auf den Preisverlauf einer Tankstelle.
Am Vormittag war der Kraftstoff vergleichsweise günstig, um zwölf Uhr sprang der Preis deutlich nach oben, aber danach begann er langsam wieder zu sinken.
Seit April dürfen Tankstellen ihre Preise in Deutschland nur noch einmal täglich erhöhen, um zwölf Uhr, aber senken dürfen sie jederzeit.
Auf den ersten Blick klingt das verbraucherfreundlich. Weniger Preischaos. Mehr Planbarkeit. Eine klare Uhrzeit.
Je länger ich darüber nachdachte, desto weniger sozial erschien mir diese Regel.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht:
Wann ist Benzin am billigsten?
Sondern:
Wer kann zu diesem Zeitpunkt überhaupt tanken?
Freiheit, die man sich leisten können muss
Wer im Homeo…




