Wir erleben kein Versagen einzelner Politiker und keine zufällige Häufung von Krisen.
Wir erleben den Übergang von einem Systemtest in einen möglichen Systemcrash.
Demokratie, wie sie in Europa gedacht und organisiert wurde, trifft gleichzeitig auf geopolitische Gewalt, demografische Realität, technologische Beschleunigung und eine eskalierende Klimakrise. Diese Herausforderungen sind nicht neu – neu ist, dass sie gleichzeitig wirken und sich gegenseitig verstärken.
Während Regierungen um Mehrheiten ringen, verschiebt sich die Weltordnung. Während über Haushaltsregeln, Koalitionen und Industriepolitik gestritten wird, entscheidet sich, ob Europa handlungsfähig bleibt – oder zum Zuschauer einer Entwicklung wird, die andere gestalten.
Dieser Text ist kein Alarmruf und keine Untergangsprognose.
Er ist der Versuch, den Punkt zu benennen, an dem Vorbereitung noch möglich ist – und an dem Unterlassung bereits Entscheidung wird.
Wer Demokratie erhalten will, muss verstehen, warum sie gerade an ihr…



